Konflikte
Konflikte
“Konflikte sind Spannungssituationen, in denen voneinander abhängige Menschen versuchen, unvereinbare Ziele zu erreichen oder gegensätzliche Handlungspläne zu verwirklichen.” So definiert die Diplom-Psychologin Jutta Kreyenberg in ihrem “Handbuch Konfliktmanagement” (Cornelsen 2005, S. 25) Konflikte, die im Unternehmenskontext auftreten können.
Was beinhaltet diese Definition?
Es besteht ein Unterschied zwischen der Spannung und ihrer Entladung. Im Alltag spricht man häufig ebenso von einem Konflikt, wenn Menschen zu keiner Einigung kommen können und eine Auseinandersetzung vertagen (“Stillstand im Tarifkonflikt”), und wenn sie bereits ihren Aggressionen freien Lauf lassen – bis hin zur Verharmlosung, kriegerische Handlungen als “Konflikt” zu bezeichnen (“Balkankonflikt”).
In der Fachliteratur unterscheidet man dagegen meist den offen und heftig ausgebrochenen “Streit” als “Spannungsentladung” von allen vorhergehenden Spannungszuständen – “Konflikten” genannt – auf einer Skala von völliger Verdrängung (“kalter Konflikt”) bis zu stark emotionalisierten Situationen und kleineren Konfrontationen.
Wie auch immer Sie das Wort “Konflikt” verwenden: Sie sollten beachten, dass es vom Aufbau einer konfliktären Spannung bis zur offenen Austragung verschiedene Stufen gibt und dass auf jeder Stufe unterschiedliche Verhaltensweisen bei den Beteiligten zu beobachten sind. Ebenso greifen unterschiedliche Maßnahmen, um einen Konflikt auf produktive Weise zu lösen.
Das sogenannte Konfliktmanagement hilft Ihnen dabei, mit diesen verschiedenen Fällen umzugehen.
Dass es “Konfliktmanagement” und nicht “Streitmanagement” heißt, zeigt schon, dass eine offene, heftige Auseinandersetzung für viele Menschen die schlechteste Lösung darstellt, konfliktäre Spannungen abzubauen. Vielmehr versucht man die Spannungen zu kontrollieren und auf andere Weise abzubauen, bevor jemand “explodiert”. Dennoch werden Sie sicher schon selbst erlebt haben, dass manchmal ein Streit die einzige Möglichkeit zu sein schien, eine festgefahrene Situation zu lösen. Nach einem Streit erleben einige Menschen nicht nur negative Gefühle von Aufregung, Örger oder Reue, sondern fühlen sich möglicherweise wie befreit.
Auch mit offenem Streit und überschäumender Wut umzugehen, helfen Methoden des Konfliktmanagements, sei es als selbst Betroffener oder als Moderator, Vermittler und Schlichter bei den Auseinandersetzungen von Mitarbeitern, Kollegen oder Freunden.
März 2008
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